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Vom Weg zu den Farben…

Warme, kraftvolle Gelb-Töne aus der Rinde des Apfelbaumes, — ein klares Gelb aus kanadischen Goldruten, — unzählige Braun-Töne aus der Rinde des Nussbaumes und den grünen Schalen seiner Früchte, — leuchtende Rot-Stufen aus der Krapp-Wurzel oder Färberröte (Rubia tinctorum), — Dottergelb bis Orange aus den zarten Blüten des «Mädchenauges» (Coreopsis) …

… diese und viele weitere Farben lasse ich Jahr für Jahr auf weisse Schafwolle und seit 2004 auch auf Maulbeerseide aufziehen.

Alle einheimischen Färbepflanzen sammle ich selber oder baue sie in unserem Garten an. Dabei achte ich sehr auf ein verantwortungsvolles, harmonisches Wechselspiel zwischen Natur und Mensch und auf eine optimale Qualität der jeweiligen Färbepflanzen, was vor allem vom richtigen Zeitpunkt ihrer Ernte und einer schnellen Trocknung und guten Lagerung abhängt.

An exotischen Färbemitteln kaufe ich Krapp-Wurzel und hin und wieder Henna. Für alle Blau-Töne und die vielen Überfärbungen zu Grün und Violett stehen mir Natur-Indigo aus Afrika, Indien, Japan und Mexiko zur Verfügung.



Als einzige tierische Farbe verwende ich Cochenille, ge-trocknete Schildläuse, die auf den Feigen-Kakteen Mittel- und Südamerikas gedeihen und zu Färbezwecken gezüchtet und gewonnen werden. Cochenille ermöglicht unvergleichliche Rot-Töne von Karmin und Scharlach über kühle Rotfärbungen zu Purpur und Lila.

… hin zum Kursmaterial

Jedes Jahr entstehen so — verteilt auf den Farbkreis — dutzende von Farben, Tönen und Nuancen.
Eduard Indermaur

Schon während meiner Ausbildung zum Werklehrer übten Pflanzenfarben auf Wolle und Seide eine fast magische Faszination auf mich aus. Nach 30-jähriger reicher Erfahrung auch als Kursleiter ist mein Engagement und meine Begeisterung für Farben aus der Natur lebendig wie eh und je. Heute arbeite ich als freischaffender Glasgestalter und Färber.
Portrait Eduard Indermaur
Radiobeitrag aus dem Kurszentrum Ballenberg
DRS1 Siesta, Mai 2007